Kaputtes Handy verkaufen
Kaputt heißt fast nie wertlos. Was dein Gerät noch bringt, hängt davon ab, welcher Teil defekt ist – und ob man noch drankommt.
- Ein gebrochenes Display kostet Wert, macht das Gerät aber nicht unverkäuflich – der Abschlag entspricht ungefähr den Reparaturkosten.
- Wertlos ist ein Gerät praktisch nur bei aktiver Aktivierungssperre: Dann kommt niemand mehr hinein, auch keine Werkstatt.
- Reparieren lohnt sich vor dem Verkauf fast nie. Die Werkstatt zahlt Endkundenpreise, der Ankäufer rechnet mit Einkaufspreisen.
„Kaputt" ist keine Zustandsstufe, sondern ein Sammelbegriff. Zwischen einem Kratzer im Display und einem Gerät, das seit einem Jahr in der Schublade liegt und nicht mehr angeht, liegen mehrere hundert Euro Unterschied. Deshalb bringt die Frage „Was bekomme ich für ein kaputtes Handy?" ohne Zusatz keine brauchbare Antwort.
Hier steht, was welcher Schaden tatsächlich kostet, wann sich eine Reparatur vor dem Verkauf lohnt – und der eine Fall, in dem ein Gerät wirklich nichts mehr wert ist.
Kaputt heißt nicht wertlos
Ein Gerät besteht aus vielen Teilen, und meistens ist nur eines davon defekt. Das Mainboard eines iPhone 13 ist auch dann intakt, wenn das Display gebrochen ist. Kamera, Speicher, Gehäuse, Antennen – alles weiter brauchbar.
Für einen Ankäufer ist die Rechnung deshalb simpel: Marktwert des aufbereiteten Geräts minus Reparaturkosten minus die übliche Spanne. Der Abschlag für einen Defekt entspricht ungefähr dem, was die Instandsetzung kostet – nicht dem gesamten Wert.
Praktisch heißt das: Je hochwertiger das Gerät, desto mehr bleibt trotz Schaden übrig. Ein iPhone 15 Pro mit Displaybruch bringt oft mehr als ein makelloses Mittelklassegerät von vor vier Jahren.
Was welcher Schaden kostet
Gebrochenes Display. Der häufigste Schaden und der am besten kalkulierbare. Der Abschlag entspricht den Tauschkosten. Bei aktuellen Modellen mit OLED ist das viel, bei älteren weniger – dort ist aber auch der Ausgangswert niedriger. Details in Handy mit Displaybruch verkaufen.
Akku unter 80 Prozent. Ein überschaubarer, klar bezifferbarer Posten. Kein Grund, ein Gerät nicht zu verkaufen. Mehr dazu in iPhone-Akkukapazität und Ankaufspreis.
Geht nicht mehr an. Klingt schlimm, ist es oft nicht. Häufig steckt ein tiefentladener Akku oder ein defekter Ladeanschluss dahinter. Was du selbst prüfen kannst, steht in iPhone geht nicht mehr an.
Flüssigkeitsschaden. Der unangenehmste Fall, weil er nicht kalkulierbar ist: Korrosion arbeitet weiter, auch Wochen später. Deshalb fällt der Abschlag hier am höchsten aus. Siehe Handy mit Wasserschaden verkaufen.
Gehäuse verbogen, Rückseite gesprungen. Optisch auffällig, wirtschaftlich meist harmlos – solange Display und Technik in Ordnung sind.
Der eine Fall ohne Wert
Es gibt genau eine Situation, in der ein Gerät für einen gewerblichen Ankäufer tatsächlich nichts mehr wert ist: eine aktive Aktivierungssperre.
Bei Apple heißt sie „Wo ist?", bei Android ist es der Google-Kontoschutz. Solange sie aktiv ist, lässt sich das Gerät nicht einrichten – nicht von uns, nicht von einer Werkstatt, von niemandem. Es ist dann kein Smartphone mehr, sondern ein Gehäuse mit Elektronik darin.
Das lässt sich nicht umgehen, und das ist auch gut so – die Sperre ist der Grund, warum sich Diebstahl von Smartphones kaum noch lohnt. Aber sie muss vor dem Verkauf raus. Wie das geht, steht in Aktivierungssperre entfernen und Google-Konto vom Handy entfernen.
Wenn das Gerät nicht mehr angeht, geht das oft noch aus der Ferne – über den Browser, ohne das Gerät in der Hand zu haben.
Reparieren oder verkaufen?
Die Frage kommt oft, und die Antwort ist fast immer dieselbe: vorher reparieren lohnt sich nicht.
Der Grund ist keine Böswilligkeit, sondern Arithmetik. Du zahlst für die Reparatur den Endkundenpreis, inklusive Arbeitszeit und Mehrwertsteuer. Der Ankäufer rechnet mit seinen Einkaufspreisen und seiner eigenen Werkstatt. Der Abschlag, den er für den Defekt macht, ist deshalb kleiner als das, was dich die Reparatur kostet. Die Differenz ist dein Verlust.
Zwei Ausnahmen gibt es:
- Ein sehr günstiger Eingriff an einem teuren Gerät. Ein Akkutausch an einem aktuellen Pro-Modell kann sich rechnen, weil der Preisunterschied zwischen „Akku schwach" und „Akku gut" größer ist als die Reparatur. Rechne es mit dem Preisrechner einmal in beiden Zuständen durch.
- Du willst das Gerät behalten. Dann ist es keine Verkaufsentscheidung, sondern eine Nutzungsentscheidung, und die Rechnung sieht anders aus.
Daten vom kaputten Gerät
Ein Punkt, der öfter übersehen wird: Ein kaputtes Display bedeutet nicht, dass die Daten unerreichbar sind. Der Speicher sitzt auf der Platine und ist in aller Regel intakt.
Wenn du noch an das Gerät kommst, lösch es vor dem Versand – Anleitung in iPhone-Daten sicher löschen. Geht das nicht mehr, kannst du es bei Apple und Google auch aus der Ferne über den Browser löschen. Das entfernt in einem Schritt die Daten und die Sperre.
Geht auch das nicht: Sag es dazu. Seriöse Ankäufer löschen den Speicher im Rahmen der Aufbereitung ohnehin, aber du solltest wissen, wem du das Gerät gibst.
Den Defekt richtig angeben
Der Sofortpreis gilt für den Zustand, den du angibst. Wer einen Defekt weglässt, bekommt nach der Prüfung ein Nachangebot – das kostet beide Seiten Zeit und dich womöglich die gute Laune.
Deshalb: lieber zu viel angeben als zu wenig. Ein Gerät, das als „schlechter" beschrieben wurde, als es ist, führt nicht zu einem schlechteren Preis – es führt dazu, dass der Preis hält. Wie du die Stufen einordnest, steht in Zustand richtig einschätzen.
So läuft es bei uns
Im Preisrechner gibst du den Defekt direkt mit an – Display, Akku, Funktion. Der angezeigte Betrag ist der Betrag, den du bekommst, solange die Angabe stimmt.
Weicht der tatsächliche Zustand ab, bekommst du ein neues Angebot mit Begründung und entscheidest selbst. Lehnst du ab, geht das Gerät kostenlos und versichert zurück. Verbindlich ist der Wortlaut in den Ankaufbedingungen.
Und falls du unsicher bist, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt: Der Rechner sagt es dir in einer Minute, ohne Anmeldung.
Häufige Fragen
Kann ich ein kaputtes Handy überhaupt verkaufen?
In den allermeisten Fällen ja. Auch ein Gerät mit gebrochenem Display, defektem Akku oder Startproblemen hat noch Materialwert, oft deutlich mehr. Unverkäuflich ist praktisch nur ein Gerät mit aktiver Aktivierungssperre.
Wie viel bekomme ich für ein Handy mit kaputtem Display?
Der Abschlag entspricht ungefähr dem, was der Displaytausch kostet – bei aktuellen Modellen ein erheblicher Teil des Werts, bei älteren weniger, weil dort auch der Ausgangspreis niedriger ist.
Soll ich mein Handy vor dem Verkauf reparieren lassen?
In aller Regel nein. Du zahlst den Endkundenpreis für die Reparatur, der Ankäufer rechnet mit seinen Einkaufspreisen. Die Differenz verlierst du. Ausnahme: eine kleine, günstige Reparatur an einem sonst sehr hochwertigen Gerät.
Was ist, wenn das Handy gar nicht mehr angeht?
Auch dann hat es Wert. Oft liegt es am Akku oder am Ladeanschluss, und der Rest der Technik ist in Ordnung. Wichtig ist nur, dass vorher alle Sperren entfernt wurden – sonst lässt sich das Gerät nicht verwerten.
Muss ich den Defekt angeben?
Ja, und zwar vollständig. Der Sofortpreis gilt nur für den angegebenen Zustand. Wer einen Defekt verschweigt, bekommt ein Nachangebot – das kostet beide Seiten Zeit.
Kommt jemand noch an meine Daten, wenn das Display kaputt ist?
Möglich ist es. Ein defektes Display heißt nicht, dass der Speicher unlesbar ist. Lösch das Gerät deshalb nach Möglichkeit vor dem Versand aus der Ferne, oder lass es vorher in einer Werkstatt zurücksetzen.
Was ist dein Gerät wert?
Modell wählen, Zustand angeben, Sofortpreis sehen – in 1 Minute.
Über diesen Artikel
Zuletzt geprüft am . Wir überarbeiten den Text, wenn sich Abläufe bei Apple, gesetzliche Vorgaben oder unsere eigenen Bedingungen ändern. Beträge im Text sind Größenordnungen; verbindlich ist der Betrag im Preisrechner.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 434 BGB – Sachmangel, maßgeblich für die Zustandsangabe beim Ankauf
- Beobachtungen aus der eigenen Werkstatt an der Theresienhöhe, München