Vorbereitung

Android für den Verkauf vorbereiten

Die einzelnen Schritte sind schnell erledigt. Entscheidend ist ihre Reihenfolge – sonst bleibt ein Gerät übrig, das leer aussieht und trotzdem niemand einrichten kann.

LGvon Luay Georgis·Inhaber von recanbo··6 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Konten abmelden, dann zurücksetzen. In der umgekehrten Reihenfolge bleibt das Gerät gesperrt.
  • Bei Samsung und Xiaomi hängen zwei Konten am Gerät, nicht nur das von Google.
  • Nach dem Reset einmal einschalten und prüfen, ob der Einrichtungsassistent ohne Kontoabfrage startet.

Für das iPhone gibt es zu diesem Thema Anleitungen an jeder Ecke. Für Samsung, Google Pixel und Xiaomi deutlich weniger – dabei ist es dort komplizierter, weil zwei Konten am Gerät hängen statt eines.

Die Schritte an sich sind alle schnell erledigt. Was zählt, ist ihre Reihenfolge. In der falschen Abfolge bleibt am Ende ein Gerät übrig, das zwar leer aussieht, aber niemand einrichten kann.

Warum die Reihenfolge zählt

Seit Android 5.1 bindet der Werksreset das Gerät an das Google-Konto, das vorher darauf angemeldet war. Der Schutz heißt Factory Reset Protection. Setzt du zurück, ohne das Konto vorher zu entfernen, verlangt der Einrichtungsassistent hinterher genau diese Zugangsdaten – beim Käufer, nicht bei dir.

Deshalb steht der Reset am Ende dieser Liste und nicht am Anfang. Alles andere passiert davor.

Schritt 1: Sichern, was du behalten willst

Fotos, Kontakte und Chats liegen bei vielen ohnehin in der Cloud – aber prüfe es, statt es anzunehmen. Öffne die Google-Fotos-App und sieh nach, ob die Sicherung wirklich abgeschlossen ist und nicht seit Wochen auf „wartet auf WLAN“ steht.

WhatsApp sichert getrennt davon in Google Drive; stoße die Sicherung einmal von Hand an. Zwei-Faktor-Apps wie Google Authenticator sind der Klassiker, den alle vergessen: Die Codes darin sind nach dem Reset weg, wenn du sie nicht vorher überträgst.

Denk außerdem an Zahlungsdienste: Google Pay, eine hinterlegte Girocard oder Treuekarten in der Wallet gehören entfernt, bevor du das Konto abmeldest. Nach dem Reset kommst du an nichts davon mehr heran, und manche Karten lassen sich nur einmal auf ein Gerät legen.

Schritt 2: eSIM, SIM und Speicherkarte

Die physische SIM und eine eventuelle microSD-Karte gehören heraus – das erledigt kein Reset. Hat das Gerät eine eSIM, muss das Profil bewusst gelöscht werden; ob der Werksreset es mit entfernt, hängt vom Hersteller ab. Wie das geht, steht in eSIM löschen vor dem Verkauf.

Schritt 3: Hersteller-Konto abmelden

Das ist der Schritt, den es beim iPhone nicht gibt und der deshalb übersehen wird.

  • Samsung: Einstellungen → ganz oben auf deinen Namen → Mein Profil → Abmelden. Prüfe dabei, ob Find My Mobile ausgeschaltet ist.
  • Xiaomi, Redmi, POCO: Einstellungen → Mi-Konto → Abmelden, dazu Mein Gerät finden deaktivieren.
  • Google Pixel: hier gibt es kein zusätzliches Herstellerkonto – ein Schritt weniger.

Halte dein Passwort bereit, bevor du anfängst. Beide Hersteller fragen beim Abmelden danach.

Schritt 4: Google-Konto entfernen

Jetzt das Google-Konto, und zwar jedes einzelne, falls mehrere angemeldet sind: Einstellungen → Passwörter & Konten (bei Samsung: Konten und Sicherung → Konten verwalten), Konto antippen, Konto entfernen.

Das löscht dein Google-Konto nicht. Mails, Fotos und Kontakte bleiben, wo sie sind – getrennt wird nur die Verbindung zu diesem Gerät. Ausführlicher steht das in Google-Konto vom Handy entfernen.

Schritt 5: Zurücksetzen

Einstellungen → System → Optionen zum Zurücksetzen → Alle Daten löschen (Werkseinstellungen). Bei Samsung liegt der Punkt unter Allgemeine Verwaltung → Zurücksetzen.

Der Speicher ist bei aktuellen Android-Geräten standardmäßig verschlüsselt. Beim Zurücksetzen wird der Schlüssel vernichtet – damit sind die Daten nicht wiederherstellbar. Mehrfaches Überschreiben oder spezielle Löschprogramme braucht es nicht.

Schritt 6: die Kontrolle, die fast alle auslassen

Schalte das Gerät nach dem Reset noch einmal ein und lass den Einrichtungsassistenten starten. Fragt er nach einem Google-Konto, war etwas nicht in Ordnung – und du erfährst es jetzt, nicht erst durch einen Anruf von uns.

Kommt der Assistent bis zur Sprachauswahl und weiter, ohne ein Konto zu verlangen, ist das Gerät verkaufsfertig. Schalte es dann wieder aus und pack es ein.

Was den Preis beeinflusst – und was nicht

Für den Ankaufspreis zählt das Gerät selbst: Display, Rahmen, Kameras, Entsperrung und Akku. Hatte es Kontakt mit Flüssigkeit, schreib das ins Hinweisfeld – das prüfen wir bei Eingang. Originalkarton, Ladekabel und Hülle ändern nichts und können bei dir bleiben.

Beim Akku ist Android unübersichtlicher als iOS: Pixel zeigt den Zustand unter Einstellungen → Akku → Akkuzustand, bei Samsung findest du in der Members-App eine Einschätzung, bei Xiaomi in der Sicherheits-App. Gibt es keinen Wert, beurteilen wir den Akku bei der Prüfung. Wie du ihn ausliest, steht in Akkuzustand bei Android prüfen.

Was du nicht machen musst

Rund um das Thema kursieren Ratschläge, die Zeit kosten und nichts bringen – manche schaden sogar:

  • Mehrfach zurücksetzen. Einmal genügt. Der Verschlüsselungsschlüssel wird beim ersten Mal vernichtet; ein zweiter Durchgang vernichtet nichts, was nicht schon weg wäre.
  • Löschprogramme oder „Shredder“-Apps. Sie stammen aus der Zeit unverschlüsselter Festplatten. Auf einem verschlüsselten Flash-Speicher schreiben sie nur unnötig Schreibzyklen weg.
  • Das Gerät rooten oder eine andere Firmware aufspielen. Das senkt den Ankaufspreis, statt ihn zu erhöhen – ein verändertes System müssen wir vor dem Weiterverkauf erst wieder in den Auslieferungszustand bringen.
  • Displayfolie abziehen oder Kratzer polieren. Lass es. Politur trägt Beschichtung ab und macht aus leichten Kratzern matte Flächen, die schlechter bewertet werden als das Original.

Was wirklich hilft, ist ein sauberes Gerät und eine ehrliche Zustandsangabe. Wie du den Zustand einschätzt, steht in Handy-Zustand richtig einschätzen.

Beim Ankauf: was wir prüfen

Jedes Gerät wird bei uns eingeschaltet und eingerichtet. Wir sehen dabei sofort, ob eine Sperre aktiv ist – und wenn ja, sehen wir sonst nichts mehr, weil wir nicht ins System kommen. Dann melden wir uns bei dir, und in den meisten Fällen lässt sich das aus der Ferne klären.

Stimmt der Zustand mit deiner Angabe überein, zahlen wir genau den Betrag aus, den der Preisrechner gezeigt hat. Weicht er ab, bekommst du ein neues Angebot mit Begründung und kannst es kostenlos ablehnen.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge bereite ich ein Android-Handy für den Verkauf vor?

Erst sichern, dann eSIM löschen und SIM sowie Speicherkarte entnehmen, dann das Herstellerkonto abmelden, dann alle Google-Konten entfernen und erst zuletzt auf Werkseinstellungen zurücksetzen.

Reicht das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen allein?

Nein. Wird vorher kein Konto entfernt, verlangt der Einrichtungsassistent nach dem Reset das Google-Konto, das vorher auf dem Gerät war. Das Gerät ist dann für den Käufer unbenutzbar.

Was muss ich bei Samsung zusätzlich beachten?

Neben dem Google-Konto muss der Samsung Account abgemeldet und Find My Mobile ausgeschaltet werden. Bei Xiaomi, Redmi und POCO gilt dasselbe für das Mi-Konto und Mein Gerät finden.

Sind meine Daten nach dem Zurücksetzen wirklich weg?

Ja. Der Speicher aktueller Android-Geräte ist verschlüsselt. Beim Zurücksetzen wird der Schlüssel vernichtet, die Daten sind damit nicht wiederherstellbar. Mehrfaches Überschreiben ist nicht nötig.

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Über diesen Artikel

Zuletzt geprüft am . Wir überarbeiten den Text, wenn sich Abläufe bei den Herstellern oder Anbietern, gesetzliche Vorgaben oder unsere eigenen Bedingungen ändern. Beträge im Text sind Größenordnungen; verbindlich ist der Betrag im Preisrechner.

Quellen

  • Google-Hilfe: Geräteschutz nach dem Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen
  • Google-Hilfe: Android-Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen
  • Samsung-Hilfe: Samsung Account abmelden und Find My Mobile deaktivieren

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