Preis & Wert

Akkuzustand bei Android prüfen

Beim iPhone steht die Zahl seit Jahren an derselben Stelle. Bei Android hat jeder Hersteller seinen eigenen Weg – und manche Geräte zeigen überhaupt nichts an.

LGvon Luay Georgis·Inhaber von recanbo··6 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Samsung ab One UI 7: Einstellungen → Akku → Akku-Informationen. Dort stehen Kapazität, Ladezyklen und Herstellungsdatum.
  • Google Pixel ab Android 16: Einstellungen → Akku → Akku-Zustand. Die genaue Prozentzahl gibt es laut Google erst ab dem Pixel 8a.
  • Xiaomi: in der Telefon-App *#*#6485#*#* eingeben, Zeile MF_02 sind die Ladezyklen.
  • Zeigt dein Gerät nichts an, reicht für den Ankauf die ehrliche Einschätzung aus dem Alltag.

Ein Lithium-Ionen-Akku verliert mit jedem vollen Ladezyklus einen winzigen Teil seiner Speicherfähigkeit. Nach zwei, drei Jahren summiert sich das zu einer Zahl, die für den Ankaufspreis eine Rolle spielt. Nur: Wo steht diese Zahl?

Warum Android das anders macht

Beim iPhone ist die Sache einfach, weil es nur einen Hersteller gibt. Android ist dagegen kein geschlossenes System: Google liefert den Unterbau, die Oberfläche bauen Samsung, Xiaomi und die übrigen Hersteller selbst. Ob der Akkuzustand angezeigt wird und wo, entscheidet deshalb nicht Google, sondern der Hersteller deines Geräts.

Lange hat ihn schlicht niemand angezeigt. Erst mit Android 16 hat Google eine eigene Seite dafür eingeführt, Samsung war mit One UI 7 etwa zur selben Zeit dran. Wer ein älteres Gerät hat, kommt über Umwege trotzdem an die Information.

Samsung: Akku-Informationen in den Einstellungen

Auf Geräten mit One UI 7 und neuer: Einstellungen → Akku → Akku-Informationen. Dort stehen drei Angaben – die maximale Kapazität in Prozent, die Zahl der Ladezyklen und das Herstellungsdatum des Akkus.

Auf älteren Samsung-Geräten fehlt dieser Punkt. Dort führt der Weg über die vorinstallierte App Samsung Members → Diagnose → Akku. Statt einer Prozentzahl bekommst du ein Wort: Gut, Normal oder Schwach. Für die Angabe im Preisrechner reicht das völlig.

Das Herstellungsdatum ist der interessanteste Wert. Ist es deutlich jünger als das Gerät selbst, wurde der Akku schon einmal getauscht. Sag uns das ruhig dazu – ein Austausch ist kein Mangel, sondern eher ein Pluspunkt. Wir müssen nur wissen, woran wir sind.

Google Pixel: Akku-Zustand ab Android 16

Einstellungen → Akku → Akku-Zustand. Die Seite zeigt die Kapazität als Prozentwert, dazu eine Einordnung wie „Normal“ oder „Reduziert“. Die genaue Prozentzahl gibt es nach Angaben von Google allerdings erst ab dem Pixel 8a; ältere Pixel bekommen nur die Einordnung in Worten.

Fehlt der Menüpunkt ganz, fehlt meist nur das Update. Unter Einstellungen → System → Softwareupdate siehst du, welche Android-Version installiert ist.

Xiaomi: der Code in der Telefon-App

Xiaomi versteckt die Werte in einem Diagnosemenü. Öffne die Telefon-App und tippe *#*#6485#*#* über die Wähltastatur ein. Anrufen musst du nichts – die Liste öffnet sich von selbst, sobald der Code vollständig ist.

Es erscheinen über dreißig Zeilen mit kryptischen Kürzeln. Zwei davon sind brauchbar:

ZeileBedeutung
MF_02Zahl der bisherigen Ladezyklen
MB_06Gesundheitszustand des Akkus, „Good“ heißt unauffällig

Der Code funktioniert nicht auf jedem Modell und jeder HyperOS-Version. Passiert nichts, ist das kein Defekt – dann hilft der Alltagstest weiter unten.

Wenn dein Gerät nichts anzeigt

Dann zählt, was du im Alltag merkst. Drei Fragen genügen:

  1. Kommst du mit einer Ladung durch den Tag? Wenn ja, ist der Akku unauffällig.
  2. Fällt der Ladestand in Sprüngen? Von 40 auf 15 Prozent innerhalb weniger Minuten ist ein deutliches Zeichen.
  3. Schaltet sich das Gerät bei Kälte oder unter Last plötzlich ab, obwohl noch Ladung angezeigt wird? Das spricht für einen müden Akku.

Genau danach fragt auch unser Preisrechner: „Hält wie gewohnt“, „Merklich kürzer als früher“, „Deutlich kürzer, hält kaum“. Du musst dafür keine App installieren. Messprogramme wie AccuBattery liefern erst nach mehreren Tagen Nutzung einen belastbaren Wert – und sie schätzen ihn ebenfalls nur.

Was die Zahl für den Ankaufspreis bedeutet

Für einen Ankäufer ist die Kapazität keine Kosmetik, sondern eine Kostenposition. Ein Gerät, das weiterverkauft wird, braucht einen Akku, der im Alltag durchhält. Liegt er darunter, muss er getauscht werden – und dieser Betrag fehlt im Ankaufspreis.

Maximale KapazitätBedeutung für den Ankauf
über 85 %unauffällig, kein Abschlag
80 bis 85 %normal für ein gebrauchtes Gerät, kleiner Abschlag
unter 80 %Tausch wird nötig, spürbarer Abschlag
unbekanntwir gehen vom Alltagsverhalten aus, das du angibst

Die 80-Prozent-Marke ist kein Zufall. Sie ist die Grenze, an der die Hersteller selbst von einem wartungsbedürftigen Akku sprechen – und an der praktisch jeder Ankäufer rechnet.

800 Ladezyklen: was seit Juni 2025 auf dem Etikett steht

Seit dem 20. Juni 2025 gilt in der EU eine Ökodesign-Verordnung für Smartphones und Tablets. Neue Modelle müssen mindestens 800 vollständige Ladezyklen überstehen und danach noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität haben. Die garantierte Zyklenzahl steht auf dem Energieetikett, zusammen mit Effizienzklasse, Sturzfestigkeit, IP-Schutzart und einem Reparaturindex.

Für gebrauchte Geräte heißt das vor allem eins: Bei einem Handy aus 2025 oder jünger ist ein schwacher Akku nach zwei Jahren die Ausnahme, nicht die Regel. Ein Ladezyklus ist dabei nicht dasselbe wie ein Ladevorgang – gezählt wird der Verbrauch einer vollen Ladung, egal auf wie viele Sitzungen er sich verteilt.

Was den Akku altern lässt

  1. Hitze. Der größte Einzelfaktor, deutlich vor der Zahl der Aufladungen. Das Handy im Sommer auf dem Armaturenbrett kostet mehr Kapazität als hundert Ladevorgänge.
  2. Dauerhaft volle Ladung. Ein Akku, der jede Nacht acht Stunden bei 100 Prozent hängt, altert schneller. Die meisten Hersteller haben dafür inzwischen eine Begrenzung auf 80 oder 85 Prozent in den Einstellungen.
  3. Tiefentladung. Regelmäßig bis zur Abschaltung leerlaufen lassen schadet. Der günstige Alltagsbereich liegt zwischen 20 und 80 Prozent.
  4. Schnellladen bei Wärme. Für sich genommen unkritisch – zusammen mit Hitze aber die ungünstigste Kombination.

Der Akku ist am Ende nur einer von mehreren Faktoren. Display, Gehäuse und Funktion zählen genauso – wie du sie einordnest, steht in unserer Anleitung zur Zustandsbewertung. Ob sich ein Tausch vorher lohnt, rechnen wir in einem eigenen Artikel durch. Den Preis für dein Modell siehst du direkt im Preisrechner.

Häufige Fragen

Wo sehe ich den Akkuzustand bei einem Samsung-Handy?

Auf Geräten mit One UI 7 und neuer unter Einstellungen, Akku, Akku-Informationen. Dort stehen maximale Kapazität, Ladezyklen und Herstellungsdatum. Auf älteren Samsung-Geräten führt der Weg über die App Samsung Members, Punkt Diagnose, Akku.

Warum zeigt mein Android-Handy keinen Akkuzustand an?

Weil Android die Anzeige nicht vorschreibt. Google hat eine eigene Seite dafür erst mit Android 16 eingeführt, und die genaue Prozentzahl gibt es nach Angaben von Google erst ab dem Pixel 8a. Ältere Geräte und andere Hersteller zeigen stattdessen eine Einordnung in Worten oder gar nichts.

Ab wann wird der Akku beim Ankauf zum Problem?

Unterhalb von 80 Prozent maximaler Kapazität. Ab dort hält das Gerät im Alltag merklich kürzer durch, ein Austausch wird für den Weiterverkauf nötig und dessen Kosten wirken sich auf den Ankaufspreis aus. Zwischen 80 und 85 Prozent ist der Abschlag klein.

Lohnt sich ein Akkutausch vor dem Verkauf?

Meistens nicht. Der Tausch kostet in der Regel mehr, als er beim Ankaufspreis wieder einbringt. Sinnvoll ist er vor allem dann, wenn das Gerät sonst nicht mehr zuverlässig läuft oder eine Warnmeldung anzeigt.

Was ist dein Gerät wert?

Modell wählen, Zustand angeben, Sofortpreis sehen – in unter einer Minute.

Preis berechnen →

Über diesen Artikel

Verfasst von Luay Georgis. Veröffentlicht am 17. September 2026, zuletzt aktualisiert am . Wir überarbeiten den Text, wenn Hersteller ihre Menüs ändern, neue Android-Versionen erscheinen oder sich unsere eigenen Bedingungen ändern. Angaben zu Menüwegen gelten für die jeweils genannte Software-Version; verbindlich ist der Betrag im Preisrechner.

Quellen

  • Google: Akkuzustand unter Android 16, Anzeige der Kapazität ab Pixel 8a
  • Samsung: Akku-Informationen unter One UI 7; Diagnose in der App Samsung Members
  • Xiaomi: Diagnosemenü über den Code *#*#6485#*#*, Zeilen MF_02 und MB_06
  • Verordnung (EU) 2023/1670 (Ökodesign-Anforderungen für Smartphones und Slate-Tablets), anwendbar seit 20. Juni 2025 – mindestens 800 Ladezyklen bei mindestens 80 % Restkapazität

Weiterlesen

Bereit, dein Handy zu verkaufen?

Sofortpreis in unter einer Minute – kostenloser Versand, Auszahlung in 48 Stunden.

Jetzt Preis berechnen →