Altes Handy entsorgen
Rund 200 Millionen ungenutzte Handys liegen Schätzungen zufolge in deutschen Schubladen. Die meisten davon sind kein Abfall, sondern Guthaben.
- Elektroaltgeräte gehören nicht in den Restmüll – Lithium-Ionen-Akkus lösen in Sortieranlagen regelmäßig Brände aus.
- Größere Elektrohändler müssen Kleingeräte bis 25 cm Kantenlänge ohne Neukauf kostenlos zurücknehmen.
- Wiederverwendung steht in der Abfallhierarchie vor Recycling. Verkaufen ist ökologisch und finanziell fast immer besser.
Wer „altes Handy entsorgen“ sucht, hat meistens schon entschieden, dass das Gerät nichts mehr wert ist. In den allermeisten Fällen stimmt das nicht. Dieser Artikel erklärt beide Wege ehrlich – und sagt auch, wann Entsorgen wirklich die richtige Wahl ist.
Zuerst das Wichtigste: nicht in den Restmüll
Elektroaltgeräte gehören nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz nicht in den Hausmüll. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Pflicht, und sie hat zwei gute Gründe: Lithium-Ionen-Akkus können bei Beschädigung in Brand geraten – Müllfahrzeuge und Sortieranlagen brennen deswegen regelmäßig –, und die enthaltenen Rohstoffe sind zu wertvoll, um verbrannt zu werden. Was genau darin steckt, steht in Rohstoffe im Handy.
Die Wege der Entsorgung
Rückgabe im Handel
Größere Elektrohändler müssen Altgeräte zurücknehmen. Bei Kleingeräten bis 25 Zentimeter Kantenlänge – ein Handy fällt eindeutig darunter – geht das ohne Neukauf und kostenlos. Seit Juli 2022 gilt das auch für Supermärkte und Discounter ab einer bestimmten Verkaufsfläche, sofern sie mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Fragen kostet nichts, und die Rücknahme ist Pflicht.
Wertstoffhof
Kommunale Wertstoffhöfe nehmen Elektrokleingeräte kostenlos an. In München betreibt der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) mehrere Höfe im Stadtgebiet; die aktuellen Standorte und Öffnungszeiten stehen auf den Seiten der Stadt.
Sammelaktionen
Mobilfunkanbieter, Umweltverbände und der Handel sammeln über Rücksendeumschläge oder Sammelboxen. Der Erlös geht häufig an gemeinnützige Zwecke. Für dich selbst bringt das nichts – für die Sache schon.
Recyclinghof für den Rest
Zubehör wie Kabel, Netzteile und Kopfhörer gehört ebenfalls dorthin, nicht in den Hausmüll. Lose Akkus gehören in die Sammelboxen des Handels, nicht in den Wertstoffhof-Container für Metall.
Egal welcher Weg: vorher löschen. Ein Gerät, das du abgibst, sollte zurückgesetzt und aus deinem Apple-Konto entfernt sein. Wie das geht, steht in was beim Zurücksetzen wirklich passiert. Wenn es sich nicht mehr einschalten lässt: über icloud.com aus dem Account entfernen.
Warum Verkaufen fast immer besser ist
Zwei Gründe, und beide sind stark.
Der ökologische. Recycling ist nicht die beste Option, sondern die zweitbeste. Selbst gute Verfahren gewinnen nur einen Teil der enthaltenen Metalle zurück; der Rest geht verloren. Ein Gerät, das weiterbenutzt wird, ersetzt dagegen die komplette Herstellung eines neuen. Die Abfallhierarchie sagt es in dieser Reihenfolge: vermeiden, wiederverwenden, recyceln. Wiederverwendung steht klar vor Recycling. Wie groß der Unterschied ist, steht in die CO₂-Rechnung im Detail.
Der praktische. Ein funktionierendes iPhone hat auch nach Jahren einen Wert – oft dreistellig. Selbst ein Gerät mit gebrochenem Display bringt noch etwas, siehe warum ein Riss kein Totalschaden ist. Beim Wertstoffhof bekommst du dafür nichts.
Für Unternehmen gilt dasselbe in größerem Maßstab: Ausgetauschte Diensthandys und Leasingrückläufer sind kein Elektroschrott, sondern ein Posten mit Restwert. Wie wir solche Mengen übernehmen, steht beim Firmenankauf.
Wann Entsorgen die richtige Wahl ist
- Wasserschaden mit Korrosion. Der einzige Defekt, der zuverlässig alles vernichtet.
- Aufgeblähter Akku. Sicherheitsrisiko. Nicht mehr laden, nicht mehr benutzen, fachgerecht abgeben.
- Sehr alte Geräte ohne Restwert. Ein Tastenhandy von 2006 hat Sammlerwert oder gar keinen.
- Aktivierungssperre, die niemand lösen kann. Wenn der Kontoinhaber nicht erreichbar ist und kein Kaufbeleg existiert, ist das Gerät nur noch Rohstoff. Details in die Aktivierungssperre lösen.
Der einfachste Test
Gib dein Modell in den Preisrechner ein. Wenn ein Betrag herauskommt, ist Verkaufen die bessere Wahl. Wenn nicht, weißt du jetzt, wohin das Gerät gehört – und in München zeigen wir dir die Wege in unser Ladengeschäft an der Theresienhöhe.
Die Rücknahmepflichten des Handels
| Ort | Was zurückgenommen wird | Neukauf nötig? |
|---|---|---|
| Elektrofachhandel ab 400 m² Verkaufsfläche | Kleingeräte bis 25 cm Kantenlänge | nein |
| Derselbe Handel, größere Geräte | Altgerät derselben Art | ja, eins zu eins |
| Supermärkte und Discounter ab 800 m², die mehrmals im Jahr Elektro anbieten | Kleingeräte bis 25 cm | nein |
| Onlinehandel mit entsprechender Lagerfläche | Rücknahme, teils per Versandlabel | je nach Gerätegröße |
| Kommunaler Wertstoffhof | Elektrokleingeräte aller Art | nein |
Ein Handy fällt eindeutig unter die 25-Zentimeter-Grenze. Du kannst es also in vielen Läden einfach abgeben, ohne etwas zu kaufen. Fragen kostet nichts – die Rücknahme ist Pflicht, nicht Kulanz.
München: wohin genau?
Der Abfallwirtschaftsbetrieb München betreibt Wertstoffhöfe über das Stadtgebiet verteilt, dazu kommt das Giftmobil für Sonderabfälle. Elektrokleingeräte werden dort kostenlos angenommen. Aktuelle Standorte und Öffnungszeiten stehen auf den Seiten der Stadt – sie ändern sich gelegentlich, deshalb nennen wir hier bewusst keine Liste, die morgen falsch sein könnte.
Wer ohnehin in der Innenstadt unterwegs ist: Wir sitzen an der Theresienhöhe und sagen dir in zwei Minuten, ob dein Gerät noch Geld wert ist. Adresse und Anfahrt stehen unter Laden oder Versand – was besser passt.
Warum Akkus im Restmüll gefährlich sind
Lithium-Ionen-Akkus reagieren empfindlich auf mechanische Beschädigung. In einem Müllfahrzeug oder einer Sortieranlage wird gepresst, gerissen und geschüttelt – wird eine Zelle dabei verletzt, kann sie in Brand geraten. Entsorgungsbetriebe melden solche Brände regelmäßig; einzelne Anlagen sind daran schon vollständig ausgefallen.
Deshalb: kein Handy und kein loser Akku in die Restmülltonne, auch nicht „das eine Mal“. Lose Akkus gehören in die Sammelboxen des Handels, Geräte mit fest verbautem Akku zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme. Was in dem Gerät steckt und warum es zu schade zum Verbrennen ist, steht unter die Stoffe hinter der Technik.
Häufige Fragen
Darf ich ein altes Handy in den Restmüll werfen?
Nein. Elektroaltgeräte gehören nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz nicht in den Hausmüll. Lithium-Ionen-Akkus können in Sortieranlagen Brände auslösen.
Wo kann ich ein altes Handy kostenlos abgeben?
Bei größeren Elektrohändlern, die Kleingeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge ohne Neukauf zurücknehmen müssen, sowie auf kommunalen Wertstoffhöfen. In München betreibt der AWM mehrere Höfe im Stadtgebiet.
Ist Recycling besser als Weiterverkaufen?
Nein. Die Abfallhierarchie stellt Wiederverwendung vor Recycling. Ein weiterbenutztes Gerät ersetzt die komplette Neuherstellung, während Recycling nur einen Teil der Rohstoffe zurückgewinnt.
Bekomme ich Geld für ein altes Handy?
In der Regel ja, solange es sich einschalten lässt und keine Aktivierungssperre aktiv ist. Auch Geräte mit Displaybruch haben noch einen Restwert.
Was ist dein Gerät wert?
Modell wählen, Zustand angeben, Sofortpreis sehen – in 1 Minute.
Über diesen Artikel
Zuletzt geprüft am . Wir überarbeiten den Text, wenn sich Abläufe bei Apple, gesetzliche Vorgaben oder unsere eigenen Bedingungen ändern. Beträge im Text sind Größenordnungen; verbindlich ist der Betrag im Preisrechner.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), insbesondere die Rücknahmepflichten des Handels
- Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM): Wertstoffhöfe und Annahmestellen