Wie viel CO₂ spart ein gebrauchtes Handy?
Beim Smartphone entscheidet nicht der Stromverbrauch über die Klimabilanz, sondern die Frage, wie viele Jahre es benutzt wird.
Beim Smartphone entscheidet nicht der Stromverbrauch über die Klimabilanz, sondern die Frage, wie viele Jahre es benutzt wird.
Bei den meisten Elektrogeräten – Kühlschrank, Waschmaschine, Auto – entsteht der größte Teil der Umweltbelastung im Betrieb. Beim Smartphone ist es umgekehrt.
Apple veröffentlicht für jedes Modell einen Umweltbericht mit einer Lebenszyklusbilanz. Das wiederkehrende Muster darin: Der weit überwiegende Teil der Treibhausgasemissionen entfällt auf Herstellung und Transport – abhängig von Modell und Speichergröße üblicherweise deutlich über 70 Prozent. Der Stromverbrauch über die gesamte angenommene Nutzungsdauer liegt dagegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Der Grund ist die Fertigung selbst: Halbleiterproduktion ist extrem energie- und wasserintensiv, dazu kommen Bergbau, Raffination und weltweite Logistik für Dutzende Materialien. Über den gesamten Lebenszyklus liegt ein aktuelles Smartphone je nach Modell und Ausstattung grob in der Größenordnung von einigen Dutzend Kilogramm CO₂-Äquivalent.
Die praktische Folgerung: Ein Gerät ein Jahr länger zu benutzen, ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die eine Nutzerin oder ein Nutzer treffen kann. Kein Ladeverhalten und keine Energiespareinstellung kommt auch nur in die Nähe dieses Effekts.
Die französische Umweltagentur ADEME hat 2022 eine Ökobilanz für wiederaufbereitete Smartphones vorgelegt. Ergebnis, bezogen auf zwei Jahre Nutzung gegenüber einem Neugerät: rund 77 Kilogramm CO₂-Äquivalent weniger und rund 261 Kilogramm weniger Rohmaterialverbrauch pro Gerät. Die Studie rechnet dabei die Aufbereitung selbst – Transport, Prüfung, Ersatzteile wie Akku oder Display – ausdrücklich mit ein.
Das ist der ehrliche Punkt an dieser Rechnung: Aufbereitung ist nicht kostenlos für die Umwelt. Ein Displaytausch braucht ein neues Display, ein Akkutausch einen neuen Akku, und die Geräte werden hin- und hergefahren. Der Vorteil bleibt trotzdem groß, weil die eingesparte Neuproduktion um ein Vielfaches schwerer wiegt.
Zwei Einschränkungen gehören dazu, sonst wäre es Werbung statt Information:
Beides ändert nichts an der Richtung, aber es relativiert die Größe. Wir halten es für richtig, das zu sagen.
Dann bist du die Voraussetzung dafür, dass die Rechnung überhaupt aufgeht. Ein aufbereitetes Gerät kann nur existieren, wenn jemand ein gebrauchtes abgegeben hat. Jedes Gerät, das aus einer Schublade in den Kreislauf zurückkehrt, ist ein Neugerät, das nicht produziert werden muss.
Umgekehrt gilt: Ein Gerät, das ungenutzt liegen bleibt, spart nichts. Es verliert nur an Wert – siehe Wann ist der beste Zeitpunkt, sein iPhone zu verkaufen?.
Quellen: Ökobilanz wiederaufbereiteter Smartphones, ADEME (Frankreich) 2022; Produkt-Umweltberichte von Apple. Alle Werte sind Durchschnitts- und Richtwerte und schwanken je nach Modell, Nutzungsdauer und Berechnungsmethode.
Eine Ökobilanz der französischen Umweltagentur ADEME von 2022 kommt auf rund 77 Kilogramm CO₂-Äquivalent und rund 261 Kilogramm Rohmaterial weniger über zwei Jahre Nutzung gegenüber einem Neugerät. Die Aufbereitung selbst ist dabei eingerechnet.
In der Herstellung. Bei aktuellen Smartphones entfallen üblicherweise deutlich über 70 Prozent der Lebenszyklusemissionen auf Produktion und Transport, nur ein kleiner Teil auf den Stromverbrauch.
Sehr viel. Da der Aufwand fast vollständig bei der Herstellung anfällt, senkt jedes zusätzliche Nutzungsjahr die Bilanz pro Jahr deutlich. Kein Ladeverhalten hat einen vergleichbaren Effekt.
Doch, Transport und Ersatzteile fallen ins Gewicht. In den Ökobilanzen ist das eingerechnet, und der Vorteil gegenüber einer Neuproduktion bleibt trotzdem deutlich.
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