Refurbished – was steckt hinter dem Begriff?
„Refurbished“ klingt nach Werkstatt und Prüfprotokoll. Rechtlich ist es erst einmal ein Wort ohne festgelegte Bedeutung – deshalb lohnt der genaue Blick.
„Refurbished“ klingt nach Werkstatt und Prüfprotokoll. Rechtlich ist es erst einmal ein Wort ohne festgelegte Bedeutung – deshalb lohnt der genaue Blick.
Der Begriff kommt aus dem Englischen: to refurbish heißt aufarbeiten, aufmöbeln, wiederherrichten. Im Handel mit Elektronik beschreibt er ein gebrauchtes Gerät, das geprüft, gereinigt, bei Bedarf repariert und anschließend wieder verkauft wird.
So weit die Idee. Das Problem: In Deutschland gibt es dafür keine gesetzliche Definition, keine Norm und keine verbindliche Prüfstelle. Jeder Anbieter darf „refurbished“ auf ein Gerät schreiben, das er einmal abgewischt hat.
| Begriff | Was üblicherweise gemeint ist |
|---|---|
| Gebraucht | Benutzt und weiterverkauft, ohne dass zwingend etwas daran gemacht wurde. |
| Refurbished | Geprüft, gereinigt, Verschleißteile bei Bedarf ersetzt, Daten gelöscht, Zustand eingestuft. |
| Generalüberholt | Meist synonym zu refurbished. Auch dieser Begriff ist nicht geschützt. |
| Certified Refurbished | Aufbereitung durch den Hersteller selbst oder einen von ihm autorisierten Partner, oft mit Herstellergarantie. |
| B-Ware / Retoure | Neu, aber vom Kunden zurückgeschickt. Kein Gebrauchtgerät im eigentlichen Sinn. |
| Ersatzteilspender | Defekt, wird ausgeschlachtet. Kein verkaufsfähiges Gerät. |
So sieht der Ablauf aus, wenn er ernst gemeint ist:
Bevor du ein aufbereitetes Gerät kaufst, frag – und lass dir schriftlich antworten:
1. Wird die maximale Akkukapazität genannt, und ab welchem Wert wird getauscht?
2. Was genau bedeuten die Zustandsstufen des Anbieters in Millimetern und Sichtbarkeit?
3. Wie lange gilt die Gewährleistung, und ist sie auf ein Jahr verkürzt?
4. Werden Originalteile verwendet, und erscheint im Gerät ein Hinweis auf unbekannte Teile?
5. Ist das Gerät SIM-frei und frei von Sperren?
6. Gibt es ein Rückgaberecht, und wer trägt den Rückversand?
Auch wenn der Begriff selbst nicht geschützt ist, ist der Kauf es sehr wohl:
Wir kaufen Geräte an, bereiten sie auf und geben sie weiter – das ist die zweite Hälfte des Kreislaufs, über den wir auf der Seite Nachhaltigkeit schreiben. Ein eigener Shop ist bei uns in Vorbereitung; bis dahin steht dieser Artikel vor allem für eines: Wer verstehen will, was ein Gerät wert ist, sollte wissen, was danach damit passiert. Genau das erklären wir auch in Was ist mein Handy noch wert?.
„Refurbished“ ist ein Versprechen, kein Siegel. Es ist genau so viel wert wie der Anbieter, der es gibt – und überprüfbar an sechs Fragen, die eine ehrliche Antwort vertragen.
Ein gebrauchtes Gerät, das geprüft, gereinigt, bei Bedarf repariert und wieder verkauft wird. Der Begriff ist in Deutschland nicht gesetzlich definiert, der Umfang der Aufbereitung unterscheidet sich daher je nach Anbieter.
Nein. Gebraucht heißt nur benutzt. Refurbished sollte bedeuten, dass geprüft, gelöscht, aufbereitet und eingestuft wurde. Da der Begriff nicht geschützt ist, lohnt sich Nachfragen.
Beim Kauf bei einem Händler zwei Jahre. Bei gebrauchten Sachen darf sie auf ein Jahr verkürzt werden, wenn das ausdrücklich vereinbart wurde. Ein vollständiger Ausschluss ist gegenüber Verbrauchern unwirksam.
Weil bei Geräten, die von Privatpersonen angekauft wurden, meist die Differenzbesteuerung nach Paragraf 25a Umsatzsteuergesetz angewendet wird. Ein Vorsteuerabzug ist dann nicht möglich.
Modell wählen, Zustand angeben, Sofortpreis sehen – in unter einer Minute.
Sofortpreis in unter einer Minute – kostenloser Versand, Auszahlung in 48 Stunden.